„Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“ Währungsunion ab 1.7.1990

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Die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion  zum Stichtag 1. Juli 1990

„Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“

Auf dem Davoser Weltwirtschaftsforum Anfang Februar 1990 zeichnete Hans Modrow ein ungeschminktes Bild der DDR-Wirtschaft. Der Zerfall der DDR beschleunige sich täglich, ließ der DDR-Regierungschef den deutschen Bundeskanzler am Rande des internationalen Treffens wissen. Bis Ende 1989 sei die Lage noch einigermaßen stabil gewesen. Aber jetzt sei die Autorität der Regierung auch auf der lokalen Ebene im Schwinden begriffen. Die DDR, erfuhr Helmut Kohl dabei, brauche sofort 15 Milliarden DM, um eine finanzielle Katastrophe im März abzuwenden. Eine rasche Zusammenführung der beiden deutschen Staaten ist nach Ansicht Modrows unvermeidlich.

„Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“

Viele machten ernst aus dieser Ankündigung: Rund 184.000 Bürger verließen die DDR in den ersten Monaten des Jahres 1990 in Richtung Bundesrepublik.

Mit der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion übernahm die DDR zum Stichtag 1. Juli 1990 große Teile der Wirtschafts- und Rechtsordnung der Bundesrepublik. Ab jetzt galt nur noch die D-Mark als Zahlungsmittel. Löhne, Gehälter, Renten, Mieten und andere „wiederkehrende Zahlungen“ wurden 1:1 umgestellt. Bei Bargeld und Bankguthaben konnten Kinder unter 14 Jahren bis zu 2000 DDR-Mark im Verhältnis 1:1 umtauschen, 15- bis 59-Jährige bis zu 4000 DDR-Mark, Ältere 6000 DDR-Mark. Darüber hinausgehende Beträge wurden im Verhältnis 2:1 berechnet.

„Kommt die D-Mark, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr.“

Die Währungsunion beginnt am 1.7. bereits ab 4 Uhr früh. Die etwa 250 Mitarbeiter der Cottbuser Sparkasse bewältigten die Umtauschaktion, bei der bis 23 Uhr die Filialen und Geschäftstellen geöffnet waren. Es wurden in Cottbus etwa 21 Millionen DM ausgezahlt.

Damit war auch Schluss mit den Fahrscheinen der Cottbuser öffentlichen Verkehrsbetriebe. Nicht nur die Fahrscheine änderten sich, auch die Preise.

Das gesamte Preis – Lohn – Wert – Warenkorb – Verhältnis änderte sein Gefüge; im Kleinen wie im Großen.  Der DDR-Wirtschaft, wie auch der Cottbuser kamen die Absatzmärkte abhanden. Darum sollte die Währungsreform in einer komplexen Die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion eingebettet werden.

Inwieweit bzw. wie weit sich diese Pläne realisieren ließen, wird ein künftiges Kalenderblatt erinnern.

Texte und Fotos: (https://www.stadtmuseum-cottbus.de/chronik-detail/id-1990.html),https://www.sparkassengeschichtsblog.de/, D.Saischowa, Chr.Polster.

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