Die Koordination des Butterfly Projects in Deutschland liegt gemäß einer Vereinbarung mit den Initiatoren des Butterfly Projects in den USA bei der Organisation generationE.

Ansprechpartnerin für deutsche Schulen

Nicole Nocon (generationE)
0160 93234938
nicole@generatione.org

Inhaltsverzeichnis

Das Projekt

Das Butterfly Project erinnert mit Keramik-Schmetterlingen an die 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen, die im Holocaust getötet wurden. Initiiert wurde das Projekt von der Lehrerin Jan Landau und der Keramikkünstlerin Cheryl Rattner Price an der Jewish Academy in San Diego. Seit das Projekt im Jahr 2006 in den USA auf den Weg gebracht wurde, haben sich Menschen in der ganzen Welt der Initiative angeschlossen. Über 230 000 Schmetterlinge wurden bereits bemalt.

Mit Blick auf die Schrecken des Holocausts, erfahren junge Leute, wohin Hass und Bigoterie führen können. Das Butterfly Project möchte Kindern und Jugendlichen Mut machen, hoffnungsvoll in die Zukunft zu gehen und sich für Toleranz und Mitmenschlichkeit stark zu machen. Das Projekt will Empathie und soziales Verantwortungsbewusstsein wecken. Durch das Bemalen der Keramik- Schmetterlinge, die Auseinandersetzung mit den Biografien der getöteten Kinder und die Begegnung mit Holocaust-Überlebenden und Zeitzeugen können die Schüler nachvollziehen, was Ausgrenzung, Hunger, Verfolgung, Zwangsarbeit und der Verlust geliebter Menschen für die Betroffenen bedeuteten.

Ziel des Butterfly Projects ist es, Schüler ihrem jeweiligen Alter entsprechend mit der Geschichte des Holocausts vertraut zu machen, um sie für die Gefahren von Hass, Diskriminierung und Intoleranz zu sensibilisieren und so der Gefahr vorzubeugen, dass sich Geschichte wiederholt. (www.thebutterflyprojectnow.org)

Die Methode

Das Butterfly Project verbindet die Vermittlung der Geschichte des Holocausts mit kreativem Gestalten. Jeder Teilnehmer bemalt einen Keramikschmetterling und beschäftigt sich mit der Biographie eines Kindes, das im Holocaust getötet wurde. Diese Schmetterlinge sollen dauerhaft sichtbar am oder im Schulgebäude angebracht werden. Zur Installation gehört eine Infotafel mit Informationen zum Projekt. Ergänzt wird die Gestaltung der Schmetterlinge von einem Programm zur historischen Bildung, das das Projekt in den geschichtlichen Zusammenhang einordnet und das an konkreten Beispielen (möglichst) aus dem eigenen Lebensumfeld der Schüler veranschaulicht, was Menschen im Holocaust angetan wurde. Auch Beispiele von Mitmenschlichkeit und Zivilcourage finden im Butterfly Project Beachtung.

Sie sollen den Teilnehmern Mut machen, selbst einzugreifen, wenn sie Zeuge von Unrecht werden. Die Teilnehmer gehen den Erfahrungen der Menschen nach, die mit dem Unrecht im nationalistischen Staat ihre Erfahrungen machen mussten. Begriffe wie Diktatur, Demokratie, Bürgerbeteiligung, Streitkultur, Menschenrechte, Entscheidung treffen und Verantwortung tragen, Unterdrückung und Zivilcourage werden diskutiert. Es geht darum, Trennendes auszuräumen und die Verbundenheit der Menschen verschiedener Länder zu stärken, damit auf diese Weise Verständnis, Toleranz und Versöhnung wachsen können.

Neben den Methoden der altersspezifischen politisch-historischen Bildung sollen die Schüler mit künstlerischen Formen (z.B. Lieder, Gedichte, Kurzerzählungen, szenische Lesungen, Choreografien, Kunstfotos, Plakate, Audio-/Video-Beiträge etc.) experimentieren und ihren Gedanken, Fragen und Erkenntnissen freien Lauf lassen.

Teilnahmevoraussetzungen

Das Butterfly Project ist urheberrechtlich geschützt. Teilnehmer müssen sich über die Internetseite www.thebutterflyprojectnow.org registrieren. Es wird eine Lizenzgebühr von 75 US-Dollar erhoben. Die Registrierung und Zahlung der Lizenz erfolgt direkt über die Website des Butterfly Projects in den USA. generationE wird automatisch über die Anmeldung informiert.

Die Keramikschmetterlinge

Wenn die Möglichkeit besteht, können die Schulen ihre eigenen Keramikschmetterlinge herstellen. Ist dies nicht möglich, können Schmetterlingssets über www.thebutterflyprojectnow.org zum Preis von 90 US-Dollar bestellt werden. Zu einem Set gehören 36 Schmetterlings-Rohlinge, fünf Keramik-Farben, Pinsel und 36 Biografiekarten. Es besteht die Wahl zwischen Keramikfarbe, die im Töpferofen eingebrannt wird, und Porzellanfarbe, die bei 160 Grad im normalen Backofen gebrannt werden kann. Für deutsche Schulen stellt generationE Biografiekarten auf deutsch zur Verfügung.

Der Film

Zum Butterfly Project gibt es einen knapp einstündigen Dokumentarfilm: Not the Last Butterfly. Der Film ist mit deutschen Untertiteln erhältlich. Die Vorführung des Films ist gegen eine Lizenzgebühr in Höhe von 180 US-Dollar möglich.

Die Finanzierung

Um die Kosten für die Umsetzung des Butterfly Projects abzudecken, können z.B. Fördermittel beantragt werden. Mögliche Förderer sind auch Schulfördervereine, Serviceclubs (Lions, Rotary etc.) oder Firmen.

Aufbau des Projekts

Das Butterfly Project besteht aus Bildungs- und Kreativ-Modulen. Einige dieser Module sind obligatorisch. Je nach dem zeitlichen Rahmen, den die Schulen für das Projekt zur Verfügung haben, der Zahl und dem Alter der teilnehmenden Schüler können die Schulen weitere Module in ihr Projekt integrieren, die das Thema vertiefen und in einen größeren Kontext setzen. generationE unterstützt die Schulen bei der Gestaltung des Bildungsprogramms. Die Schulen verpflichten sich mit einer schriftlichen Vereinbarung mit generationE, die Qualitätsstandards des Projekts einzuhalten und zumindest die obligatorischen Module umzusetzen.

Obligatorische Module

Einführung in den historischen Kontext (Geschichte der Juden in Europa, Nationalsozialismus, NS-Rassengesetze, „Endlösung“)

Einführung in das Butterfly Project (Geschichte des Projekts, Friedl Dicker-Brandeis und die Kinder von Theresienstadt) dazu: Film „Not The Last Butterfly“ (Dokumentation zum Butterfly Project), Lizenzgebühr 180 US-Dollar.

Vermittlung der Geschichte von Zeitzeugen und ihrer spezifischen Verfolgungssituation (Begegnung mit Zeitzeugen der 1. oder 2. Generation oder über das Programm iWitness der Shoah Foundation) möglich: Rundgang zu Stolpersteinen oder Orten jüdischen Lebens am jeweiligen Ort.

Beschäftigung mit den Biografiekarten

Bemalen der Schmetterlingskeramiken

Brückenschlag in die Gegenwart: Wo erlebe ich selbst im Alltag Diskriminierung? Wird auch mein Denken von Vorurteilen bestimmt?

Beschäftigung mit dem Thema „Hinsehen / Wegsehen“ (Was tue ich, wenn mir Unrecht begegnet?)

Gestalten einer Schmetterlingsinstallation am Schulgebäude

Optionale Module

Malen und Schreiben zum Thema (zu Zeitzeugenaussagen) oder zu Kunstwerken von Kindern aus Theresienstadt.

Auseinandersetzung mit der Thematik „Antisemitismus heute“ (Kontakt: RIAS Berlin)

Erarbeiten von szenische Lesungen, Fotos, Plakaten, Audio-/Video-Beiträgen (möglich: Beteiligung am Kunst-Programm des SFI: Online-Galerie mit Schülerarbeiten zum iWitness-Aussagen).

Spurensuche vor Ort (z.B. Stolpersteine, jüdischer Friedhof, Orte jüdischen Lebens, Stadtmuseum, Kontakt zur jüdischen Gemeinde). Denkbar ist die Erarbeitung eines interaktiven Stadtplans.

Exkursion nach Theresienstadt (Führung durch Gedenkstätte und ehemaliges Ghetto) und Prag (Jüdisches Museum Prag).

Geschichte der Aufarbeitung des Holocaust (z.B. Film Dokumentation „Fritz Bauer – Tod auf Raten“)

Beschäftigung mit Musik aus Theresienstadt (z.B. Kinderoper Brundibar, Kurt Gerrons Karussell).

Mögliche Partnerschaften und Kooperationen

Schulpartnerschaft mit Partnerschule innerhalb von generationE.

Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen (z.B. Gedenkstätten Theresienstadt (Tschechien) und Beit Terezin (Israel), RIAS, Berlin)

dauerhafte Beteiligung der Schule im Netzwerk von generationE (evtl. Schul-AG)

Unsere Artikel über The Butterfly Project

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Persönliche Informationen

Informationen zum Überweisen erhalten Sie per Email.

Spendensumme: 10,00€