Veranstaltung

Eltern – Kinder – Stasihaft


Termin Details


Film – Zeitzeugengespräch – Lieder

 

Mehr als 250.000 Menschen waren in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert.

Viele davon hatten Kinder. Die Dokumentation „Eltern, Kind, Stasihaft“ erzählt von den Schicksalen der Kinder, die durch die meist überraschende Verhaftung Vater oder Mutter – oder sogar beide Elternteile verloren haben. Manche der Kinder kamen ins Heim oder zu wechselnden Pflegeeltern.

In der Dokumentation setzen sich die vier Kinder eindrücklich mit ihren Eltern und den Langzeit-Folgen der Stasihaft auseinander. Der Film geht den Fragen nach, wie sie mit den Traumata ihrer Eltern umgehen und wie sich die Erfahrungen der Eltern auf die Kinder und deren Leben ausgewirkt haben.

Was geschah psychisch mit den Kindern, wenn der Vater oder die Mutter eines Tages spurlos im Stasi-Knast verschwanden? Welche Ängste, Depressionen und Schuldgefühle hat das bei Kindern und Eltern ausgelöst und welche Folgen hat das bis heute?

 

Der im Auftrag des rbb entstandene Film von Jürgen Haase stellt mehrere Fälle vor.

Prof. Jürgen Haase ist Gesellschafter-Geschäftsführer des Wilhelm Fraenger-Instituts Berlin und Produzent mehrerer Tatort-Folgen sowie zahlreicher preisgekrönter Filme, unter anderem erhielt Das Spinnennetz (1989) eine Oscar-Nominierung, um Deutschland zu vertreten.

Seit 2003 ist er Geschäftsführer des gemeinnützigen Wilhelm Fraenger-Institut Berlin, Gesellschaft zur Förderung von Bildung und Kultur. Das Institut organisiert Veranstaltungen zur politischen und kulturellen Bildung und unterstützt kulturelle Projekte mit gesellschaftspolitischem Bezug. Dazu zählen Ausstellungen, Filmreihen, Kulturveranstaltungen.

Eine der im Film erzählten Geschichten von Prof. Haase betrifft Dr. med. Karl-Heinz Bomberg. Der Arzt und Liedermacher widmet sich als Psychotherapeut posttraumatischen Haftfolgeschäden und hat darüber mehrere Bücher veröffentlicht.

Dr. med. Karl-Heinz Bomberg

wurde 1955 im thüringischen Creuzburg an der Werra geboren. 1981 trat Bomberg auf dem Potsdamer Gitarrenfest zum ersten Mal mit einem eigenen Programm vor ein öffentliches Publikum. Seine Lieder wurden kritischer.  Am 29. Februar 1984 wurde Bomberg an seinem Arbeitsplatz in Berlin-Pankow, wo er als Arzt in Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivtherapie tätig war, verhaftet. Nach dem Verhör wurde er in eine Untersuchungshaftanstalt  gebracht.

Hagen Bomberg, sein Sohn ist zweieinhalb Jahre alt, als sein Vater auf einmal verschwindet. Erst spät erfährt die Familie, dass der Vater wegen „staatfeindlicher Hetze“ in Stasi-Haft sitzt. Dr. Karl-Heinz Bomberg ist heute wieder erneut als Liedermacher unterwegs und wird als Zeitzeuge an diesem Abend Lieder singen.

Fotos: Bomberg, Haase, Polster

Die Veranstaltung wird gefördert von der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD, Potsdam).

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Prof.Haase bei einer Veranstaltung des ACB e.V. im Oktober 2020 im Cottbuser Familienhaus

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